Fünf zentrale Erkenntnisse von Unternehmen, die sich in die Cloud wagten

In den letzten Jahren sind Tausende Unternehmen in die Cloud gezogen. Tausende weitere sind gerade dabei, es zu tun. IDC zufolge werden die weltweiten Ausgaben für öffentliche Cloud-Dienste um fast 20 Prozent pro Jahr steigen und 2020 bei über 195 Milliarden US-Dollar (derzeit 183 Milliarden Euro) liegen. 2020 wird laut IDC jede vierte Softwareanwendung als Service (SaaS) über das Internet bereitgestellt werden.

Allem Hype und Optimismus zum Trotz: Nicht jede Cloud-Initiative wird zum Erfolg. Wer den Schritt in die Cloud plant, ist gut beraten, wenn er aus den Fehlern derer lernt, die schon in der Cloud aktiv sind.

Hier sind die fünf wichtigsten Erkenntnisse derjenigen, die sich bereits in die Cloud gewagt haben.

1. Formulieren Sie ein Leitziel

Sicher: Der Schritt in die Cloud wird die Aktionäre beeindrucken, und vielleicht nehmen sogar die Medien Notiz davon. Aber wenn Sie kein Leitziel formulieren, das Ihre Gründe für den Schritt in die Cloud und Ihre Ziele wiedergibt, werden Sie höchstwahrscheinlich nicht den erhofften ROI erzielen.

Sie wollen die Produktivität steigern? Software-as-a-Service-Angebote versetzen Ihre Mitarbeiter in die Lage, Branchensoftware im Webbrowser auszuführen, sodass Sie diese Anwendungen nicht im eigenen Rechenzentrum betreiben müssen. In diesem Fall könnte Ihr Leitziel lauten: „Wir werden unsere Branchensoftware komplett oder teilweise in die Cloud verlagern, um die Produktivität zu steigern.“

Sie wollen Ihr Business skalieren, ohne IT-Budget zu sprengen? Infrastructure-as-a-Service-Anbieter wie Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud Platform stellen Ihnen virtuelle Server bedarfsgerecht zur Verfügung und lassen Sie diese selbst konfigurieren.

Sie brauchen eine Sandbox, in der Ihre Entwickler Code testen können, ohne dass unternehmenskritische Anwendungen betroffen sind? Auch hier kann Infrastructure as a Service die beste Wahl sein.

Um ein einfaches Leitziel formulieren zu können, brauchen Sie ein Grundverständnis der Cloud und davon, wie sie ihrem Unternehmen nutzen kann. Wenn Sie noch kein Leitbild aufstellen können, dann sind zuerst noch einige Hausaufgaben zu erledigen.

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195 Milliarden US-Dollar - so hoch sollen IDC zufolge im Jahr 2020 die Ausgaben für öffentliche Cloud-Dienste sein.

2. Legen Sie klare Erfolgskriterien fest

Sobald Sie Ihre IT- auf die Geschäftsziele ausgerichtet haben, gilt es, die Kriterien zu definieren, anhand derer Sie feststellen können, ob Sie Ihr Leitziel erreichen.

Vielleicht wollen Sie das Volumen Ihres Callcenters verdoppeln, die IT-Kosten um 25 Prozent senken, Ihre Anwendungen drei Mal schneller auf den Markt bringen oder Ihren Net-Promoter-Score um 30 Prozent verbessern. Die Ziele, die Sie in Ihrem Leitziel formulieren, bestimmen, wie Sie Ihren Erfolg messen. 

3. Stellen Sie einen strategischen Angriffsplan auf

Es kann der richtige Weg sein, alles in die Cloud zu verlagern. Aber um dorthin zu gelangen, ist sorgfältige Planung erforderlich. Unternehmenskritische Anwendungen zu migrieren oder das physische Rechenzentrum für ein virtuelles aufzugeben, ist alles andere als eine triviale Aufgabe. Wer glaubt, er könne sein ERP-System (Enterprise Resource Planning) in wenigen Monaten in die Cloud bringen, sollte seine Erwartungen korrigieren.

Wie bei fast allem ist die Planung entscheidend. Klären Sie zusammen mit Ihren Teams, was zu tun ist und wie sich die Veränderungen auf Ihre Geschäftsprozesse und das Kundenerlebnis auswirken könnten.

4. Sprechen Sie mit allen Stakeholdern

Damit die Migration in die Cloud gelingt, brauchen Sie Input von allen, die davon betroffen sein werden. Möglicherweise funktionieren einige Geschäftsanwendungen nicht in der Cloud, möglicherweise stehen in der Cloud nur 80 Prozent der Funktionalität zur Verfügung. Sind es die richtigen 80 Prozent? Ihre Experten aus den Geschäftsbereichen können Ihnen das sagen.

Fragen Sie das operative Team, wie lange es dauert, das ERP-System zum Cloud-Dienst zu machen.

Ihr Sicherheitsteam hat vielleicht Bedenken wegen potenzieller Sicherheitsverletzungen, die durch schwache Authentisierungsmaßnahmen verursacht werden.

Die Rechtsabteilung wird Ihnen vielleicht sagen, dass gesetzliche Anforderungen Ihrem Plan, die Kundendaten in die Cloud zu verlegen, entgegenstehen.

Es ist besser, solche Dinge zu wissen, bevor man Aufträge vergibt.

Es handelt sich hier nicht um das einmalige Umlegen eines Schalters,  sondern um einen schrittweisen Übergang.

5. Der Umstieg auf die Cloud ist keine einmalige Angelegenheit — es ist eine neue Art Geschäfte zu betreiben

Wenn Sie Ihr operatives Geschäft in die Cloud migrieren, ist das kein einmaliges Umlegen eines Schalters. Es ist ein schrittweiser Übergang. Sie werden nicht am nächsten Morgen aufwachen und feststellen, dass Sie komplett in der Cloud sind, für immer.

Es ist wahrscheinlich, dass Sie zunächst einmal für lange Zeit eine hybride Umgebung betreiben müssen - ein Teil Ihrer IT wird in der Cloud sein, ein Teil weiterhin inhouse. In manchen Fällen ist es sinnvoller, die Dinge dauerhaft oder lange im eigenen Haus zu belassen. Die Cloud hat das Potenzial, Ihr Business zu transformieren. Aber nur, wenn Sie überlegt vorgehen und sich die Zeit nehmen, es richtig zu machen.

Fazit

Auch wenn es sinnvoll ist, Ihr Unternehmen mithilfe der Cloud zu transformieren: Nehmen Sie sich Zeit, um eine realistische Strategie zu entwickeln, mit der Sie Ihre Ziele erreichen. Formulieren Sie Ihr Leitziel und die Kriterien, mit denen Sie den Erfolg messen. Binden Sie alle Betroffenen ein und versuchen Sie, alles zu berücksichtigen, was Sie tun müssen und was schief gehen könnte. Bedenken Sie, dass dies ein Prozess ist, der Sie viele Jahre beschäftigen wird und der es erfordert, dass Sie Ihren Plan bei jeder Evolution der Cloud-Möglichkeiten anpassen.